Los 639 Maler aus dem Umkreis des Preußischen Hofes, 18. Jh.
Portrait Juliane Wilhelmine Gräfin von Bose, geb. Gräfin von Putbus (1728-1798). Öl auf Leinwand, um 1745/50. Unsigniert. In opulentem Schmuckrahmen. 76 x 62 cm, 94 x 79 cm (Ra). Restaurierter Zustand. Leinwand wachsdoubliert, kleinere Retuschen im Dekolleté sowie im Hintergrund; eine auf der Stirnpartie. Alterskrakelee, leichte Firnisverfärbungen.
In eleganter, erhabener Haltung begegnet dem Betrachter die portraitierte Gräfin von Bose, Hofdame der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth; ein ozeanblaues unauffälliges Kleid, das rote Tuch als farblicher Akzent dagegen, eine ruhige, geschlossene Pose. Die Frau steht im Zentrum der Betrachtung, ihr Wesen, Ihre Ausstrahlung, nicht der äußerliche Schmuck.
Aus der meisterlichen Hand von Antoine Pesne (1683-1757), dem preußischen Hofmaler, finden sich zwei Bildnisse der Gräfin, beide in deutlich fantasievollerem Gewand, jedoch in der Schilderung der Persönlichkeit ebenso ausdrucksstark und als Verweis zur Identifizierung maßgeblich. Es ist vorstellbar, dass auch dieses, in manchen Partien hochfeine, Bildnis aus der Werkstatt Pesnes stammt.
Juliane Wilhelmine von Putbus heiratete 1746 Friedrich Carl Reichsgraf von Bose und ließ sich mit ihm in Bayreuth nieder, wo er als Oberhofmarschall diente. Sehr schnell gehörte die junge Gräfin zum engeren Umfeld der Markgräfin, deren Vorliebe für Kunst, Literatur und Musik prägend war. Im Jahr 1763 kam es zu einer Begegnung mit dem jungen Mozart und es entspann sich ein wohl freundschaftliches Verhältnis zwischen den Familien; ihr eigener Sohn war gerade zehn Jahre alt und somit nur drei Jahre älter als das musikalische Wunderkind.
Im Alter und Witwenstatus findet man die Gräfin in den Diensten der Familie Callenberg-Muskau.
Aufrufpreis: 3200 €
Zuschlag: 3200 €
