Los 748 Bernhard Frydag (1879 Münster-1916 Lens)
"Verklungenes Lied". Geiger mit gesenktem Bogen, in Melancholie vereint mit einer weiblichen, knieenden Halbaktfigur. Um 1904. Bronze, patiniert, partiell goldbronziert. Plinthe signiert "Frydag. fec(it)". Gießereisignatur "Akt. Ges. vorm. H. Gladenbeck u. Sohn" Berlin-Friedrichshagen. Marmorsockel. Höhe gesamt 53 cm. Bogenhaare fehlen.
Der in Berlin an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums ausgebildete Bildhauer Frydag verhilft in dieser Jugendstilgruppe der melancholischen Gemütslage, hervorgerufen durch Musik, zu anschaulichem Ausdruck. Gleichzeitig weist die Bildfindung über den musikalischen Kontext hinaus und vermittelt ein symbolkräftiges Sinnbild elementarer Trauer. Das Lied ist verklungen, der Geiger hat seinen Bogen gesenkt...das sind Metaphern des Lebensendes. Insofern hat die Skulptur sepulkralen Charakter. Eine berührende Tragik ergibt sich aus der Tatsache, dass der Künstler selbst 37-jährig im Ersten Weltkrieg in Frankreich fiel.
Aufrufpreis: 1200 €
Zuschlag: 1200 €
