Los 831 Veit Hofmann (1944 Dresden - lebt und arbeitet ebenda)
"Teestube in Samarkand". Öl auf Hartfaser, 1982. Unten rechts monogrammiert und datiert. Rückseitig Ausstellungetikett der "IX. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1982". In schwarzer Künstlerleiste. 140 x 180 cm. Rahmung links mit älterer Kerbe.
Zu Beginn der 1980er Jahre bereiste Veit Hofmann gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden Stefan Plenkers, Helge Leiberg und Rainer Zille Mittelasien und ließ sich von den fremden und neuen Kulturen, den leuchtenden Farben und exotischen Düften in seiner eigenen Malerei inspirieren. Hofmann erinnert sich im Gespräch, dass die Welt, die sich den Reisenden im Kaukasus und in Usbekistan eröffnete, wie eine "Märchenerfahrung war. Die Tempel, die Mosaiken, die Farben und Gerüche - das war 1001 Nacht für uns" (24.03.2026). In den labyrinthisch angelegten Vierteln von Alt-Samarkand sammelten die Reisenden unvergessliche Eindrücke, ließen sich treibend inspirieren und trafen zufällig auf die im Gemälde dargestellte Teestube. Tagelang waren sie da zu Gast, verbanden sich mit Einheimischen und der Kultur. Hofmann hielt seine Eindrücke in zahlreichen Skizzen und Studien fest, die dann, nach Rückkehr ins heimische Atelier oder an den Zeichentisch, in malerischen Kompositionen und Radierungen ihr Weiterleben fanden. "Diese Reise war für jeden von uns eine Befreiung und hat uns sehr konkret zu unserem nachfolgenden künstlerischen Wirken geführt." (Hofmann, 24.03.2026)
Die großformatige "Teestube in Samarkand" wurde zur IX. Kunstausstellung der DDR ausgewählt und dort in Begleitung einer motivisch nahen Radierung aus der "Mittelasien-Folge" gezeigt. Das Gemälde war an besonders bemerkenswerter Stelle im Dresdner Albertinum platziert - jeder Besucher sah es als erstes Objekt oberhalb der Eingangstreppe. Im offiziellen Führungsprogramm war die Teestube fester Bestandteil und auch die bundesdeutschen Medien nahmen Notiz davon - sie wurde ausführlich in einem TV-Beitrag zur Kunstausstellung im Nachbarland vorgestellt.
Hofmann lässt die Grenzen zwischen den künstlerischen Gattungen gern verschwimmen bzw. überdeckt diese durch die gestalterischen Inhalte seiner Werke. Er geht gern in den Raum, kann monumental auftreten und im Winzigen noch bewegen. Mit der Invention der Telefonkunst im Jahr 1988 bewegte er sich auf neuem, performativen Gebiet und erweiterte einmal mehr den für ihn gültigen Kunstbegriff. Hofmann zählt zu den wohl facettenreichsten Dresdnern Künstler und ist in seinem beständigen und konsequenten Wirken bis heute eine der wichtigsten künstlerischen Positionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.
Dass ein frühes, noch stärker figürliches Werk wie die Teestube auf den Auktionsmarkt tritt, darf als seltene Gelegenheit wahrgenommen werden.
Aufrufpreis: 1600 €
Zuschlag: 1600 €
